Community für Partizipation

Europa charakterisiert sich als Migrationsgesellschaft. Erhebliche Herausforderungen stellen die Fragen nach sozialem Wandel und den gesellschaftlichen Ausschlusspraktiken. Bislang mangelt es meist an ganzheitlichen Projekten, die die Marginalisierung und gesellschaftliche Prekarisierung hinsichtlich der sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit managen sowie ihre vielfältigen Potenziale und Ressourcen hervorheben. Zu verwirklichen ist

Projektskizze

Zielgruppe:
Menschen mit Fluchtbiografie, mehrfach marginalisierte Menschen

Gegenstand
Das Thema Geflüchtete Menschen hat heute Hochkonjunktur. 2015 suchten aus politischen sowie geopolitischen Gründen weltweit über 60 Millionen Menschen Zuflucht (UNHCR). Laut Studie von Heeren (Heeren at al 2014) sind 40-50% der Menschen aufgrund von Folter, Missbrauch, Krieg und Flucht mehrfach traumatisiert. In Deutschland sind laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) insgesamt 476.649 Asylanträge gestellt worden – im EASY-System wurden 1.091.894 Zugänge von Asylsuchenden registriert. Die Hauptherkunftsländer waren Syrien, Albanien, Kosovo, Afghanistan und Irak. Aufgrund des verschärften Ausländergesetzes sind 2015 ca. 22.000 Personen abgeschoben worden - ca. 37.000 Personen, meist aus Albanien, sind freiwillig zurückgekehrt. Ferner gibt es ca. 280.000 noch-nicht-bearbeitete Asylanträge der Vorjahre. Ein Großteil der Migranten erhält nach Monaten und/oder Jahren ein un-/befristetetes Bleiberecht, sie leben bis zum gültigen Rechtsanspruch meist in Lagern oder Heimen. Es stellt sich die Frage, in wieweit die gesellschaftliche Partizipation und Inklusion nachhaltig und unabhängig verwirklicht werden kann?

Derzeit hat jedoch der Begriff „Grenzziehung“ im Hinblick auf das willkürliche „Flüchtlingsdilemma“ Hochkonjunktur und schlägt in kulturrassistische Töne um. Migrationsgesellschaft Europa steht vor einem gewaltigen Rechtsruck der Rechtskonservativen, -populistischen und Rechtsextremen Parteien - wie Beispielsweise der Alternative für Deutschland (AfD), Front National (FN) in Frankreich, Dansk Folkeparti (DF) in Dänemark, Sverigedemokraterna (SD)in Schweden, United Kingdom Independence Party (UKIP), Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), Prawo i Sprawiedliwość (PiS)in Polen, Úsvit přímé demokracie in Tschechien, Slovenská národná strana (SNS) in der Slowakei, Slovenska Nacionalna Stranka (SNS) in Slowenien, Fidesz – Magyar Polgári Szövetség in Ungarn, Schweizerische Volkspartei (SVP), Lega Nord (LN) in Italien, Partidul Poporului – Dan Diaconescu (PP-DD)in Rumänien, Ataka in Bulgarien, Chrysi Avgi in Griechenland. Sie schlagen einen radikalen Regierungskurs ein und kultivieren das soziale Ressentiment.

Anscheinend sind Medien und Politik hinsichtlich der Problematik überfordert, Prozesse der Sensibilisierung in der Migrationsgesellschaft zu erfassen und zu kultivieren. Die  Aufklärung ruft bislang einen konservativen Beigeschmack des Politischen hervor.
Im Alltag stellt sich eine Vielzahl von institutionellen, soziopolitischen und -ökonomischen, gesundheitlichen, sowie kulturellen Barrieren, die kaum bearbeitet sind. Es mangelt an Kultivierung der Diversität in unseren Köpfen. Es fehlt an partizipativen Aktivitäten, die die Verfeinerung der Unterschiede im Alltagsgeschehen dynamisch affizieren, so dass sowohl  Achtsamkeit in wechselseitigen Beziehungen entstehen und Barrieren durch Partizipation wahrgenommen werden und ihnen wirksam entgegengewirkt werden kann.

Ziel
Das Pilotprojekt baut einerseits den Raum für Verbundenheit für die Bewältigung alltäglicher Barrieren. Andererseits bildet es den Raum der Möglichkeit, aktiv am gesellschaftlichen Geschehen teilzunehmen. Gefördert werden die Teilnehmer*innen zur Zusammenarbeit und zum Ideenaustausch, Verwirklichung von vielfältiger Teilhabe an der Gesellschaft. Partizipativ sollen kurz- und mittelfristige Aktionen und Freizeitaktivitäten entwickelt und durchgeführt werden. Verwirklicht werden sollen die vielfältigen Aktionen hinsichtlich der Kultivierung der Verbundenheit und Verfeinerung der Differenzen:

  • Kooperative Ideen- und Informationsaustausch, Informationsvermittlung
  • alternativ-innovative Selbst-, Netzwerkaktivitäten: Gruppen- und Netzwerkarbeit, Volunteering
  • Outdoor Aktivitäten: Bewegungsangebote, Ausflüge, Sightseeing etc.
  • Sharing-Aktionen sowie Sharing-Werkstatt